Über uns

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Der „Grafhörster Hof“ – so wurde der Bauernhof der Familie Nadermann im Delbrücker Ortsteil Schöning seit frühen Zeiten genannt- liegt in der ländlichen Idylle des Delbrücker Landes, direkt an der noch jungen Ems. Hier war die Heimat von Bernhard Nadermann, Gründer und Erschaffer des heutigen Tierpark Nadermann. Er wurde am 3. August 1925 als erster Sohn von Johannes Nadermann und seiner Frau Anna geboren. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde auf dem elterlichen Hof noch gewöhnliche, landwirtschaftliche Viehzucht und Ackerbau betrieben. Neben der Haltung und Aufzucht von Rindern und Schweinen, einiger Hühner und der allerorts auf Bauernhöfen üblichen Hunde und Katzen wurde in den 20er und 30er Jahren des vorherigen Jahrhunderts dazu übergegangen, verschiedenste Arten von Geflügel erwerbsmäßig zu züchten und zu handeln. In erster Linie waren dies Hühner, Enten und Puten. Somit war Bernhard Nadermann der Umgang und das Leben mit Tieren von Kindesbeinen an vertraut.

Die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges machten dann jedoch auch nicht vor der beschaulichen Abgeschiedenheit des „Grafhörster Hofes“ – und somit auch nicht vor Bernhard Nadermann – halt. Zwar blieb der Hof von direkten Kriegseinwirkungen verschont, Bernhard Nadermann jedoch wurde, wie fast alle Männer in dieser Zeit, zum Kriegsdienst verpflichtet und wurde bald auch an der Ostfront eingesetzt. Im Jahr 1944 geriet er dort in russische Kriegsgefangenschaft und wurde nach Sibirien in ein Arbeitslager verbracht. Die unmenschliche Zeit in jenem Gefangenenlager hätte er vermutlich nicht überlebt, wenn er nicht damals schon seine Begabung und seinen Unerschrockenheit im Umgang mit Wildtieren hätte erkennen lassen. Ein russischer General hielt sich zu dieser Zeit in Gehegen nahe dem Gefangenenlager einige sibirische Wölfe und auch zwei junge Amur-Tiger. Für die Pflege der Tiere und die Reinigung der Käfige setzte er einige der internierten deutschen Soldaten aus dem nahe gelegenen Lager ein. Unter diesen „Tierpflegern“ war auch Bernhard Nadermann, der sich bald dadurch hervortat, dass ein schwer erkranktes Tigerweibchen unter seiner Pflege schnell wieder gesund wurde und prächtig gedieh. In der Folge erfuhr er so einige Vorteile durch das Wohlwollen des Generals, wie zum Beispiel eine etwas bessere Ernährung und die wärmere Unterbringung in der Nähe der Tiergehege, die ihm wohl sein Überleben unter diesen entsetzlich Bedingungen sicherten. Diese Erfahrungen haben Bernhard Nadermann zutiefst geprägt. Und die Arbeit mit den Wölfen und Tigern haben sein Verhältnis zu Tieren nachhaltig beeinflusst.

Nach seiner Rückkehr in die Heimat ließ ihn der Wunsch nicht mehr los, irgendwann selbst einmal exotische Tiere halten zu wollen. Auf dem elterlichen Bauernhof wurde in den Nachkriegsjahren neben der Land- und Viehwirtschaft überwiegend Geflügelzucht betrieben. Durch den Handel mit den Hühnern und Enten kam Bernhard Nadermann auf seinen Lieferfahrten viel herum und knüpfte Kontakte mit vielen Tierhändlern. Mitte der 60er Jahre kaufte er dann einige Mufflons und Ziegen, bald folgten Wildschweine und Damwild und es wurden die ersten Gehege gebaut. Einige treue Besucher fanden sich zu dieser Zeit auch schon ein, jedoch nur sehr vereinzelt und selten, und den Eintrittspreis zahlte man damals noch freiwillig in eine Spendenbüchse. Im Jahre 1967 bezogen dann die ersten Wölfe ihre Gehege, 2 Braunbären wurden aus einem Privatgehege in Hameln übernommen und die erste Löwin fand in „Nadermanns Tiergarten“, wie er damals genannt wurde, ihr neues Zuhause. So wurde aus dem anfänglichen Hobby eine große Aufgabe und viel Arbeit, die Bernhard Nadermann mit Hilfe seiner Frau Maria und der 4 Kinder Reinhold, Adam, Friedhelm und Annette in dieser Anfangsphase noch alleine schaffte. Um die Unterhaltskosten des schnell anwachsenden Betriebes decken zu können, musste dann wie allgemein üblich zu festen Eintrittspreisen übergegangen werden. Auf den angrenzenden Flächen jenseits der Ems folgte 1969 als zweites wirtschaftliches Standbein die Anlage eines Zelt- und Campingplatzes. Unter den vielen Dauercampern fanden sich auch immer wieder einige Freiwillige, deren Mithilfe gern von den „Nadermännern“ angenommen wurde. Die rasch ansteigenden Besucherzahlen ermöglichten in den folgenden Jahren die stetige Erweiterung des Tierparks und der Tierbestand umfasste bald einige hundert Tiere in dutzenden von Arten aus allen Teilen der Welt. Viele Erfolge bei der Nachzucht seltener Tierarten stellten sich ein. Mit dem fortwährend wachsenden Tierbestand kamen auch immer mehr Besucher, für deren leibliches Wohl bald ein Gaststätten-Pavillon errichtet wurde. Die Kinder konnten sich auf dem Erlebnisspielplatz austoben, der schon damals mit seinen Schiffschaukeln und der Wellenrutsche eine große Sensation unter den kleinen Gästen war. Der Spielplatz wurde seitdem auch ständig vergrößert und durch weitere Attraktionen ergänzt. Viele der damaligen Besucher sind heute zu Stammgästen und Freunden der Nadermanns geworden und bringen mittlerweile schon ihre Kinder oder gar Enkel mit bei ihren Besuchen im Tierpark Nadermann.

Stetiger Wandel, Erneuerungen und der Ausbau des ehemals kleinen Privat-Tiergartens zu einer mittlerweile über 7 ha großen Anlage haben im Laufe der Jahre ein Ausflugsziel geschaffen, das weit über die Grenzen des Delbrücker Landes hinaus bekannt ist und schon Hunderttausende von Besucher aus nah und fern anlocken konnte. Schon im Jahre 1981 erkannte der Regierungspräsident in Detmold die Bedeutung dieser Einrichtung und sprach dem Tierpark Nadermann die kulturelle Anerkennung aus.

Nach dem frühen Tod der Vaters im Jahre 1989 hatte Reinhold Nadermann als ältester Sohn den Betrieb übernommen, wobei Ihn seine Mutter bis zu Ihrem Ableben im Jahre 2006 stets aufopferungsvoll unterstützte. In den 1970er Jahren hatte er zusammen mit seinem Bruder Adam seine Ausbildung zum Zootierpfleger gemacht.

Reinhold und seine Frau Margret sorgten sich unter Mithilfe der drei Kinder Christel, Marlies und Kathrin um das Wohl der Tiere. Alle drei haben ihre Ausbildungen zum Tierpfleger in deutschen Zoos gemacht haben.

Adam, der Zweitälteste, hat sich schon früh die Betreuung des Spielplatzes zur Aufgabe gemacht, wobei ihm ebenfalls seine Kinder zur Hand gehen und auch Friedhelm, der dritte Sohn, widmet jede freie Minute, die Ihm neben seinem Beruf als Flugkapitän bleibt, dem Wohle des Tierparks, natürlich auch unter Mithilfe seiner Familie.

Als jüngstes Kind und einzige Tochter von Bernhard und Maria Nadermann hat Annette Buhk seit früher Jugend ihre Aufgaben stets im gastronomischen Bereich und im Service gefunden. Nach entsprechender Ausbildung sorgt sie nun seit über 30 Jahren für das leibliche Wohl der Gäste und Tierpark-Besucher und betreibt das Café Manege, den Eisstand und den Getränkestand auf dem Spielplatz, den Imbisswagen auf der Terrasse und den Kiosk mit Snacks, Getränken und Andenken. Ihre Kinder Sarah, Anja und Julia stehen ihr dabei natürlich auch jederzeit hilfreich zur Seite, wobei sie von ihren Männer tatkräftige Unterstützung erfahren.

Heute

Nach dem plötzlichen und unerwarteten Tod von Reinhold Nadermann im Dezember 2021 hat dessen Bruder Adam das verantwortungsvolle Erbe angetreten und ist nun Betreiber des Tierparks nebst dazugehörigem Campingplatz. Mithilfe seiner Familienmitglieder, die neben ihren eigentlichen Berufen tatkräftig mit anpacken, wird der gesamte Tierpark, Spielplatzbereich und Campingplatz in Zukunft viele Veränderungen erleben. Neben Reparaturen, Instandsetzungen und Erneuerungen werden in Zukunft auch Umgestaltungen und Veränderungen im Tierbestand den Tierpark attraktiver erscheinen lassen und auch der große Abenteuerspielplatz wird modernisiert werden. Im gastronomischen Bereich und dem „Café Manege“ werden Annette Buhk und ihr Team mit bewährtem und vorzüglichem Service und familienfreundlichen Angeboten, mit leckeren Speisen und Getränken und günstigen Preisen weiterhin alles für die Zufriedenheit und das leibliche Wohl der Besucher und Gäste tun.
Die beiden Geschwister betreiben und verantworten somit ihre eigenen Bereiche und tun alles dafür, dass der gesamte Tierpark Nadermann ein anziehendes und interessantes Ausflugsziel für die ganze Familie bleibt.

Man kann beim Tierpark Nadermann also unzweifelhaft von einem echten Familienunternehmen sprechen. Selbstverständlich benötigt ein Betrieb wie der unsere mehr Arbeitskräfte als nur ein paar Familienmitglieder. So beschäftigen wir in der Hauptsaison im Tierpark auch einige Saison- oder Teilzeitkräfte, außerdem werden auch regelmäßig junge Leute zu Tierpflegern ausgebildet, und natürlich kommt auch die Gastronomie nicht ohne zusätzliches Personal aus, aber ein eigenständiger Familienbetrieb bleibt der Tierpark Nadermann dennoch. Und das ist in dieser Art wohl einzigartig, denn fast alle Zoos und Tierparks in Deutschland werden von öffentlicher Hand betrieben, bzw. finanziert, also von Städten und Gemeinden, von Tochterunternehmen wie Stadtwerke etc. Oder die Inhaber sind GmbHs, AGs oder andere Trägergesellschaften. Und die wenigen privaten Tierparks erhalten meist umfangreiche Unterstützung von Fördervereinen oder gemeinnützigen Organisationen.

Das ist bei uns anders. Wir sind ein rein privater Tierpark. Wir finanzieren uns ausschließlich aus den Eintrittsgeldern, die wir während der Tierpark-Saison zwischen März und Oktober einnehmen. Nur weil wir alle als Familie eng zusammenarbeiten und alles für unseren Tierpark tun, lässt sich ein solches Unternehmen einigermaßen wirtschaftlich betreiben. Wir bekommen keinerlei öffentlichen Gelder, Subventionen oder sonstigen Förderungen, keine Beihilfen oder Zuschüsse. Wir erhalten seitens Bund, Land oder Stadt keinerlei Hilfeleistung in Form von Arbeitskräften, Dienstleistungen oder Material, wir haben keine Privilegien oder Sonderrechte.

Dagegen erhalten die meisten anderen Zoos und Tierparks in Deutschland oft hohe Subventionen aus Steuergeldern, Defizite werden aus dem städtischen Haushalt gedeckt. Ein großer Teil der Finanzierung deutscher Zoos und Tierparks wird übrigens auch durch großzügige Spenden, Schenkungen oder Erbschaften und vor allem durch das Sponsoring größerer Unternehmen gesichert. Wohl keiner dieser Zoos könnte sich ausschließlich mit den Einnahmen aus Eintrittsgeldern finanzieren. 

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